Einschätzung keine Bewertung: Freie Ärzteschaft vorschnell

Einschätzung keine Bewertung: Freie Ärzteschaft vorschnell

Ein klassischer Fall von zu früh gefreut, in einem wirklich nicht leicht zu durchschauenden Thema. Es geht um eine Pressemitteilung der Freien Ärzteschaft e.V., eines ärztlichen Berufsverbands, den es seit 2004 gibt.

Am 21.05.2019 nutzte dieser die von ihm häufig genutzte Veröffentlichungsplattform „Presseportal“, um eine Meldung über Sicherheitsmängel bei der Installation der Telematik-Infrastruktur (TI) in Arztpraxen publik zu machen. Kritisiert wurde unter anderem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und die KBV (Kassenärztliche Bundesvereinigung).

Erfreut wurde das angebliche Lob bzw. die Rückendeckung für Mediziner, die sich bestimmten Regularien zur Zeit erwehrten, durch den Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber zu Protokoll gegeben. Er wurde in der Meldung zitiert.

Kelber selbst hat sich anscheinend ganz schön erschrocken, als er diese Vereinnahmung lesen musste. Am 22.05.2019 sandte er eine Gegendarstellung los, die – entsprechend des Mediengesetzes – ebenfalls auf dem „Presseportal“ veröffentlicht werden musste (vom User-Account der Freien Ärzteschaft).

Darin lässt er klarstellen, dass seine Worte keine Einschätzung darstellten, sondern eine Auslegung. Zugegeben, den Unterschied zu erkennen, war ziemlich schwierig gewesen. Aber die Deutung ohne Nachfrage vorzunehmen, bei der Bedeutung so einer Quelle, ist natürlich riskant.

Gegendarstellung von Ulrich Kelber

https://www.presseportal.de/pm/57691/4277944

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